Birgit Pfarr ist eine Mandolinenspielerin und Pädagogin aus Deutschland. Sie ist Diplommusikpädagogin und unterrichtet am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden in den Fächern Mandoline und Gitarre. Seit 1994 ist sie die Leiterin des Bundinstrumentenorchesters des Heinrich-Schütz-Konservatoriums (Preisträger beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2008). Im Jahr der Mandoline hat sie eine umfangreiche Konzertreihe mit Musik für Mandoline organisiert bei der viele Facetten der Musik für Mandoline vorgestellt werden. Birgit Pfarr vertseht sie in erster Linie als Pädagogin, gelegentlich ist sie aber auch als Spielerin zu hören, beim Duo „con anima“ oder als Mandolinistin in Konzert oder Oper.
Carlo Munier: Capriccio Spagnuolo
Zum Jahr der Mandoline veranstaltete das Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden eine Konzertreihe. Alle Konzerte wurden als Live-Streams übertragen und sind danach bei youtube zu finden. Ausführliche Informationen zu den Konzerten findet man auf der Website des Bundinstrumentenorchesters und in den Begleittexten zu den Videos.
Birgit Pfarr – Kurzbiografie
– geboren 1971
– Musikschule Paul Büttner 1978 – 1987 (Mandoline, später Gitarre und Klavier in Studienvorbereitung), seit 1981 Mitwirkung im Bundinstrumentenorchester
– Studium an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden von 1987 – 1992 in den Hauptfächern Mandoline und Gitarre, Nebenfächer Ensembleleitung und Elementare Musikerziehung
– seit 1993 Pädagogin an der damaligen Landesmusikschule Paul Büttner Dresden, heute Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden
– Leitung des Bundinstrumentenorchesters seit 1994
– umfangreiche Lehrtätigkeit: Mandolinenunterricht (anfänglich auch viel Gitarrenunterricht), Unterricht im Instrumentenkarussell (Orientierungsstufe), verschiedenste Kammermusikensemble insbesondere für Jugend Musiziert, Orchesterarbeit auch mit Teilnahmen an Orchesterwettbewerben
Quelle: http://conanima.info/conanima/birgit-pfarr
Mandoline unterrichten – das ist es!
Birgit Pfarr wollte schon immer ein Instrument lernen, aber zu DDR-Zeiten waren Plätze in der Musikschule rar. „Ich hätte gerne Klavier gelernt, aber es hieß, dass passe nicht in unsere Wohnung“, berichtet Birgit Pfarr. „Und für Querflöte hätte ich quer durch die Stadt fahren müssen“. In der Musikschule gab es nur einen einzigen Platz: für Mandoline.
„Ich erinnere mich noch, wie ich mit einer Mandoline mit fürchterlich hässlicher Hülle durch unser Neubaugebiet laufen musste“, erzählt Birgit Pfarr. „Es war wie Spießrutenlaufen.“ In der 5. Klasse wurde Birgit Pfarr gefragt, ob sie Mandoline studieren wolle – ein absolutes Privileg. Ihr war klar, wenn man Musik studierte, durfte man auch Gitarre und Klavier lernen. Birgit Pfarr sagte zu.
Doch ganz allmählich lernte sie die Mandolinenmusik schätzen. So sehr, dass es ihr ein Anliegen wurde, diese weiterzugeben. „Ich wollte schon immer Lehrerin werden“, berichtet die Mandolinistin. „Mit 18 hatte ich dann meinen ersten Schüler und wusste: Das ist es!“ Bei einem jungen Menschen versucht Birgit Pfarr, die Liebe zur Musik und zur Mandoline zu wecken, neugierig zu machen auf die Art von Musik, die man mit diesem Instrument spielen kann.
Quelle: http://conanima.info/conanima/birgit-pfarr
„Wenn man die Mandoline nicht spielt, ist sie beleidigt“
„Zu meinen Studienzeiten war die Auswahl der Literatur für Mandoline begrenzt“, berichtet die Musikerin. „Nach der Wiedervereinigung habe ich mich umgeschaut, und mir haben sich Welten eröffnet“. Allem voran Werke der Frühklassik und Romantik, „die habe ich mir mit Wonne erschlossen.“
Zu ihrem Instrument hat Birgit Pfaff ein ganz besonderes Verhältnis: „Ich besitze eine Mandoline von der Familie Dietrich aus Erlbach im Vogtland. Man muss dieses Instrument beständig spielen. Wenn Du es nicht spielst, ist es beleidigt.“
Wenn man die Videos der Konzertreihe Mandoline*23 des Heinrich-Schütz-Konservatoriums ansieht fällt auf, dass viele Mandolinenspielerinnen ein Plektrum am Kopf der Mandoline mit einem Gummiring befestigt haben.
Birgit Pfarr schreibt dazu:
„das ist eine Dresdner Erfindung von Victor Weiße.
Begründung: das Plättchen darf die Saiten nicht verziehen (also nicht da irgendwo hingesteckt werden), außerdem soll es sicher, aber griffbereit verwahrt sein. Jetzt spielt für mich auch eine Rolle, dass es dort keine Riefen bekommt, wenn es gut gefeilt ist.“
Fragebogen zur Mandoline - ausgefüllt von Birgit Pfarr
Ich spiele Mandoline …
weil mein Vater mich an der Musikschule angemeldet hat und dann sehr konsequent blieb, so dass ich zunächst als Trotzreaktion beschloss, hier berufliche Wege zu gehen. Immer schon wollte ich unterrichten. Das Instrument lieben lernte ich in einem Konzert mit Gertud Weyhofen. Seit Jahren darf ich die für mich ideale Kombination des Unterrichtens mit dem Spielen meines Lieblingsinstrumentes verwirklichen.
Meine Lehrer waren
Vera Weiße (Mandoline), Charlotte Kühn (Gitarre),
Meisterkurse z.B. mit Gertrud Weyhofen, Caterina Lichtenberg u.a
Ich empfehle die Mandoline weil …
sie ein wunderschön hell klingendes und zugleich seltenes Instrument ist
Wie kann man Interesse für die Mandoline bei Kindern wecken?
die Mandoline möglichst oft, aber immer auf hervorragendem Niveau erklingen lassen, Kinder in der Orientierungsstufe (Instrumentenkarussell) begeistern, die Mandoline möglichst viel zeigen, in unterschiedlichsten Kombinationen einsetzen und natürlich: sie im Orchester spielen
Mein Lieblingszitat über die Mandoline
Kurt Schwaen: Die Zupfmusik ist eine stille Kammermusik, die in unserer überlauten Zeit ihre besondere Berechtigung hat.
(und gerade gefunden bei Michael Reichenbach: Jeder Tag mit Mandoline ist ein schöner Tag!)
Ich spiele folgende Musikstile:
vorzugsweise Klassik
Ich spiele in fogenden Ensembles
ich spiele nur sehr wenig selber – das Lehren ist meine Passion.
Das Bundinstrumentenorchester des Eigenbetriebes Heinrich-Schütz-Konservatorium (HSKD) der Landeshauptstadt Dresden – kurz: B.I.O. – feierte seinen 70. Geburtstag!
1950 von Victor Weiße gegründet, vereint das Orchester im Jahr 2020 fast 50 Spielerinnen und Spieler im Alter von 12 bis 84 Jahren. Sein Repertoire umfasst Musik aus der Zeit des Barocks bis zu zeitgenössischer Musik, Originalkompositionen und Adaptionen, Volks- und Kunstlieder, Folklore und Schlager. Der besondere Klang des Orchesters beruht auf dem Zusammenspiel von Mandolinen, Mandolen, Oktavgitarren und Gitarren sowie einem Bass.
Das B.I.O. nahm bereits an zahlreichen Wettbewerben teil und ist unter anderem Preisträger des Deutschen Orchesterwettbewerbes. Knapp 30 Kinder musizieren zudem im b.i.o. nachwuchs. Regelmäßig werden gemeinsame musikalische Projekte aus der Taufe gehoben und realisiert.
ALLES AUSSER GEWÖHNLICH!
Am 26. Juni 2021 feierte das B.I.O. mit einem Festakt seinen 70. Geburtstag, der hier bei YouTube live übertragen wurde. Erleben Sie viel Musik und interessante Gäste.
Originalbeitrag von 2023 (mandoweb.de) – Im Archiv der wayback machine:
