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Alex Timmerman and his book on Giovanni Battista Gervasio

Alex Timmerman spricht über sein neues, kostenlos herunterladbares E-Book, das sich mit dem Leben des italienischen Mandolinisten und Komponisten GIOVANNI BATTISTA GERVASIO, seiner Bekanntschaft mit der Familie MOZART, seiner königlichen Musikschülerin Kronprinzessin Frederika Sophia Wilhelmina von Preußen (der Mutter des niederländischen Königs Willem I.) und der Kunst des Notendrucks in den Niederlanden (ca. 1750–ca. 1825) befasst.

Alex Timmerman erzählt uns, warum er ein Buch zum kostenlosen Download veröffentlicht hat!
Ihr findet es auf seiner Homepage https://alextimmerman.nl/articles-and…
Das Buch handelt vom Komponisten Gervasio.

Buch über Gervasio und warum es kostenlos heruntergeladen werden kann 00:44
Weitere Bücher sind geplant, z. B. über Pietro Vimercati 03:59
Die Brüder Colla 05:42
Colascionscino 06:00
Robby Faverey 07:36
Antonio de Torres und seine letzte Gitarre 11:42
Gedanken zur Entwicklung der Mandoline 12:42
Die Entwicklung des Plektrums 13:40
DAS Buch 28:55
Über Gervasio und die „Verleger“ 41:31
Alex Timmerman als Graveur 47:10
Das Wunder der Zahl „2“
Mozart in Holland 58:00

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Alex Timmerman tells us, why he has published a book for free download!
You find it on his homepage https://alextimmerman.nl/articles-and…
The content of the book is the composer Gervasio.

Book on Gervasio and why free download 00:44
More books are planned e.g. on Pietro Vimercati 03:59
Colla Brothers 05:42
Colascionscino 06:00
Robby Faverey 07:36
Antonio de Torres and his last guitar 11:42
Thoughts about the development of the mandolino 12:42
The development of the plectrum 13:40
THE book 28:55
About Gervasio and the „publishers“ 41:31
Alex Timmerman as engraver 47:10
The miracle of the number „2“
Mozart in Holland 58:00

Alex Timmerman (rechts) mit dem Autor Thilo Fitzner

Cover des Buches von Alex Timmerman

Übersetzung ins Deutsche (google translator)

Gerne komme ich der Bitte von Michael Reichenbach nach, einen Überblick über das E-Book „GIOVANNI BATTISTA GERVASIO, Mandolinist, Komponist und Lehrer von FREDERIKA SOPHIA WILHELMINA, Kronprinzessin von Preußen und Prinzessin von Oranien-Nassau, sowie Gervasios Bekanntschaft mit den bedeutendsten NIEDERLÄNDISCHEN MUSIKDRUCKERN“ zu geben:
Das in zwei Teile gegliederte Werk spiegelt meine jahrelange Forschung zu Leben und Wirken des neapolitanischen Mandolinisten, Komponisten und Lehrers Giovanni Battista Gervasio (ca. 1725 – nach 1785) wider. Es handelt sich um eine Studie, die zudem den Anspruch erhebt, Gervasios Leben – sowie das einiger seiner Zeitgenossen – in einen historischen Kontext zu stellen. Durch die Untersuchung seines Lebensumfelds versucht das Buch, ein Bild des Alltags und der Erwerbsbedingungen von Musikern jener Epoche zu zeichnen. Besonderes Augenmerk gilt dabei den Arbeitsweisen der in Den Haag tätigen Musikstecher sowie der in Amsterdam ansässigen Musikverleger. Dieser Schwerpunkt wurde vor allem deshalb gewählt, weil das Thema bislang kaum erforscht war und im Zuge der Arbeit zahlreiche neue Erkenntnisse zutage traten.


Auf mehr als 365 Seiten präsentiert das Werk nicht nur neue biografische Fakten und Einblicke zu Gervasio, seiner Familie und deren Reisen, sondern analysiert auch die Mandolinenschulen des 18. Jahrhunderts von Gervasio, Leone, Fouchetti, Corrette und Denis. Diese Quellen werfen ein neues Licht auf historische Spieltechniken, die Herstellung von Plektren (aus Federkielen), die Spielhaltung, die Handhabung von linker und rechter Hand sowie weitere wesentliche Aspekte der historischen Aufführungspraxis. Somit bietet das Buch eine fundierte Grundlage für eine historisch informierte Interpretation des Mandolinenrepertoires des 18. Jahrhunderts. Das Buch beleuchtet unter anderem folgende historische Aspekte:

Der erste Teil des Buches beleuchtet Leben und Werk von Giovanni Battista Gervasio sowie seine Verbindungen – unter anderem zum französischen Königshof – und seine Beziehung zur preußischen Kronprinzessin Friederike Sophie Wilhelmine (die durch ihre Heirat mit Wilhelm V., dem Statthalter der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande, auch Prinzessin von Oranien-Nassau war). Darüber hinaus wird die Vertrautheit der Familie Gervasio mit europäischen Königshöfen sowie die Präsenz der Mandoline in der italienischen, deutschen, französischen, englischen und niederländischen High Society aufgezeigt. Auch Gervasios musikalische Kontakte kommen zur Sprache; so deutet beispielsweise ein Brief von Anna Maria Mozart an Leopold Mozart vom 4. November 1777 darauf hin, dass Gervasio bereits 1766 in den Niederlanden weilte und dort die Familie Mozart traf. Dies belegt, dass Gervasio schon zu Beginn seiner Laufbahn als reisender Musiker durch Europa zog und sich erst später für einige Jahre zunächst in Paris und dann in London niederließ. In diesen Städten erschienen seine Mandolinenschule (1767) beziehungsweise sein Opus III, „Airs for the Mandoline“ (ca. 1772). Letztere Sammlung galt lange als verschollen, wurde jedoch im Zuge dieser Forschungsarbeit wiederentdeckt und inzwischen (neu) herausgegeben.


Zudem fördert die Untersuchung eine Fülle bisher unbekannter Fakten über Gervasios Privatleben zutage. Ursprünglich lebte und arbeitete er als Mandolinist und Komponist in Neapel, von wo aus er Reisen über die Grenzen Italiens hinaus unternahm. Zu den frühesten Auslandsreisen, die im Rahmen dieser Studie aufgedeckt wurden, zählt sein Aufenthalt in den Niederlanden im Jahr 1766 anlässlich der Feierlichkeiten zur Hochzeit von Wilhelm V. und der preußischen Kronprinzessin Friederike Sophie Wilhelmine. Dort begegnete Giovanni Battista Gervasio der Familie Mozart, die ebenfalls – unter anderem – an den Hochzeitsfeierlichkeiten teilnahm. Von 1775 bis 1777 hielt sich Gervasio ein zweites, längeres Mal in den Niederlanden auf, diesmal in Begleitung seiner Ehefrau, der Sopranistin Marguerite Prenseng. Aus der Ehe ging eine Tochter namens Catharina hervor. Leider verstarb das Mädchen drei Monate später und wurde am 24. März 1777 in Rotterdam beigesetzt. Später im selben Jahr reiste Gervasio offenbar nach Paris, um seine „Six Sonates pour mandoline, ou violon & basse“ (Op. VI?) veröffentlichen zu lassen. Anschließend reisten die Gervasios nach Deutschland, wo sie Konzerte in Mannheim und Frankfurt am Main gaben.

Im Jahr 1779 tauchen ihre Namen erneut in der Lokalzeitung von Warschau, der Hauptstadt Polens, auf; dort kam ihre zweite Tochter zur Welt, die auf den Namen Catherine getauft wurde (wahrscheinlich nach ihrem erstgeborenen Kind). Hier zeigt sich auch, dass Gervasio – ähnlich wie etwa Friedrich der Große und viele seiner Musikkollegen – Freimaurer war und in den Warschauer und Berliner Logen als „Frère“ (Bruder) geführt wurde. Berlin ist übrigens auch der Ort, an dem Gervasios Frau 1779 als Primadonna an der Königlichen Oper auftrat – in Anwesenheit Friedrichs des Großen und seines Hofstaats. Erst 1781 tauchen die Gervasios wieder in Italien auf, wo sie im August jenes Jahres im Teatro S. Pietro in Triest auftraten. Über den langen, darauf folgenden Zeitraum von dreieinhalb Jahren ist so gut wie nichts bekannt. Erst im Dezember 1784 hört man wieder von Gervasio, als eine Pariser Zeitung berichtete, er habe bei einem „Concert Spirituel“ in der französischen Hauptstadt eigene Kompositionen aufgeführt. Monate nach dieser Meldung erschien 1785 in einer Zeitung von Grenoble – einer Stadt im Südosten Frankreichs nahe der italienischen Grenze – eine Anzeige, in der Gervasio der dortigen Bevölkerung seine Dienste als Gesangs- und Mandolinenlehrer anbot und dabei hervorhob, dass er die Erbprinzessin von Preußen unterrichtet habe. Offensichtlich war er irgendwann zwischen Dezember 1784 und Juli 1785 von Paris nach Grenoble gereist. Danach verlieren sich die Spuren von Giovanni Battista Gervasio, weshalb allgemein angenommen wird, dass er nicht lange darauf verstarb.

Der wichtigste Aspekt dieses ersten Buchteils betrifft jedoch das Album mit der Opuszahl V, betitelt „SEI DUETTI per Due Mandolini o Due Violini“ (Sechs Duette für zwei Mandolinen oder zwei Violinen), das von Signor Giovan Battista Gervasio komponiert wurde. Besonders bemerkenswert war, dass Gervasio diesen Notenband einer nicht näher bezeichneten „PRINCIPESSA EREDITARIA DI TUTTE LE PRUSSIE“ (Erbprinzessin von ganz Preußen) gewidmet hatte. Dies war jedoch nicht das einzige Detail, das die Neugier des Autors weckte. Auch die höchst ungewöhnliche Tatsache, dass sich weder auf dem Umschlag noch im Inneren des Albums irgendwelche Angaben zu Erscheinungsjahr, Verlagsort, Stecher oder Verleger finden, veranlasste zu einer eingehenden Untersuchung – zumal sich Musikwissenschaftler in der Vergangenheit hierzu lediglich auf Spekulationen gestützt und in ihren Publikationen weiterhin fehlerhafte Schlussfolgerungen verbreitet hatten.

Darüber hinaus umfasst die Forschungsarbeit eine eingehende Untersuchung der bedeutendsten niederländischen Musikstecher und Musikalienhändler bzw. -verleger, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts tätig waren. Es wird der Versuch unternommen, ein anschauliches und präzises Bild der Aktivitäten der in Den Haag ansässigen Musikstecher Anton Stechwey und James Turpin sowie der in Amsterdam tätigen Musikalienhändler und Verleger (überwiegend deutscher Herkunft) Siegfried Markordt, Johann Julius Hummel und dessen in Den Haag ansässigen Bruders Burghard Hummel zu zeichnen. Insbesondere die Untersuchung der spezifischen Notendruckarbeiten, die diese Handwerker für ihre Auftraggeber – darunter niederländische und italienische Komponisten wie Karel van Boetzelaer, Johann Andreas Kauchlitz Colizzi, Francesco Pasquale Ricci und Giovanni Battista Gervasio – ausführten, lieferte bislang unveröffentlichte Erkenntnisse. Diese belegen unter anderem die Beteiligung der Firma Stechwey und des Musikalienhändlers Markordt an der Entstehung von Gervasios Opus V aus dem Jahr 1775, einer Sammlung von sechs Duetten für zwei Mandolinen oder zwei Violinen. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist die Nummerierung, die Anton Stechwey und Siegfried Markordt für ihre Musikausgaben verwendeten.

Die Ziffer 2

Innerhalb dieser Reihe fällt besonders auf, dass sich die Ziffer „2“ – wie sie etwa bei der Seitennummerierung oder über „stummen“ Takten verwendet wird – von praktisch allen anderen Notenausgaben anderer Verlage im In- und Ausland unterscheidet. Diese Entdeckung beseitigt die Ungewissheit darüber, wo Giovanni Battista Gervasios Op. V seinerzeit herausgegeben wurde, und lässt den Schluss zu, dass die Ausgabe von Op. V in den Niederlanden gestochen, gedruckt und veröffentlicht wurde. Hinzu kommt der Fund eines prachtvollen, in Leder gebundenen und mit Goldprägung versehenen Exemplars von Gervasios Op. V in der Moskauer Staatsbibliothek.

Dieses Album unterstrich die Bedeutung der Forschungsarbeit zusätzlich. Abgesehen von einigen wenigen Seiten und einer ganzseitigen Illustration, die eine junge Dame beim Mandolinenspiel im Freien zeigt, ist es identisch mit dem bekanntesten Exemplar von Gervasios Op. V, das in der Bibliothek des Civico Museo Teatrale in Triest aufbewahrt wird. Anhand der zusätzlichen, mit Wasserzeichen versehenen Seiten dieses Luxusalbums ließ sich nachweisen, dass es sich um handgeschöpftes Papier höchster Qualität handelte, das aus der renommierten niederländischen Papiermühle der Firma J. Honig & Zoonen in Zaandijk stammte. Dies waren dieselben Papierhersteller, die 1776 das Papier für die Flugblätter lieferten, auf denen die amerikanische Unabhängigkeitserklärung gedruckt wurde. Unter anderem durch die Analyse der Initialen auf diesem prachtvollen, in Leder gebundenen Exemplar ließ sich schlussfolgern, dass es sich bei der „Principessa Ereditaria di Tutte le Prussie“ um keine Geringere als die preußische Kronprinzessin Frederika Sophia Wilhelmina handelte – Prinzessin von Oranien-Nassau und Prinzessin der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Dies sind nur einige der vielen neuen Erkenntnisse, die durch diese Forschungsarbeit zutage gefördert wurden und im Buch erörtert werden.

Der zweite Teil dieses Buches ist der Neuveröffentlichung von Gervasios Op. V gewidmet. Diese besondere Ausgabe tauchte vor einigen Jahren bei einer Musikalienauktion auf und unterscheidet sich von der Erstausgabe (die zuvor behandelt wurde) dadurch, dass auf dem Titelblatt Amsterdam ausdrücklich als Erscheinungsort und S. Markordt als Verleger genannt werden.

Der auffälligste Unterschied besteht jedoch darin, dass das Titelblatt das Werk einer völlig anderen Persönlichkeit widmet als der preußischen Kronprinzessin. Tatsächlich ist diese zweite Ausgabe einem gewissen Signor Conte di Naimberg gewidmet. Die Nachforschungen über diese Person im Zusammenhang mit der niederländischen und deutschen Geschichte während der Zeit der napoleonischen Expansion erweisen sich in vielerlei Hinsicht als eine faszinierende Spurensuche quer durch Europa in den Jahren zwischen 1780 und 1820.

Darüber hinaus bringt diese Untersuchung bislang unbekannte Erkenntnisse über die inneren Strukturen sowie die Entwicklung und Nachfolge der Musikalienhandlungen der Familien Markordt und Hummel ans Licht. Von Amsterdam, Den Haag und Berlin aus entwickelte sich insbesondere das Unternehmen Hummel bis um 1800 zu einem der bedeutendsten und innovativsten Musikverlage Europas und übernahm schließlich die konkurrierende Musikalienhandlung von Markordt.

Ob Sie sich für Musikgeschichte begeistern, Mandolinenschüler oder -lehrer sind oder die Mandoline konzertant spielen – diese Publikation mit ihrem umfangreichen historischen Hintergrund wird Ihr Wissen bereichern und eine wertvolle Ergänzung Ihrer Musikbibliothek darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Timmerman
Zwolle, Juli 2026 ©

Bildunterschrift: Deluxe-Ausgabe mit den sechs Duetten für zwei Mandolinen oder zwei Violinen aus Giovanni Battista Gervasios Op. V. Der Band, der der Erbprinzessin von Preußen gewidmet ist, wird durch eine Illustration einer jungen Dame bereichert, die im Freien eine neapolitanische Mandoline spielt. Foto: Russische Staatsbibliothek, Moskau.